Der Anfang der ganzen Reise

Ich hatte schon länger überlegt nach meiner Ausbildung ins Ausland zu gehen und habe mich über die verschiedenen Organisationen informiert. Meine große Angst galt dem Flug, denn ich bin noch nie in meinem Leben geflogen und wollte nun alleine nach Amerika fliegen. Doch nach mehreren Monaten hin und her überlege, wollte ich es trotzdem wagen und habe die Reise gebucht. Die Zeit verging immer schneller. Es kam mir vor, als ob es erst gestern noch 4 Monate bis zu meinem Abflug waren. Und plötzlich verblieben mir nur noch einige wenige Tage bis zu meiner Abreise nach Amerika. Die Nervosität stieg immer mehr. Einerseits konnte ich es kaum abwarten, endlich meine Reise anzutreten und neue Erfahrungen zu machen, andererseits war die Vorstellung meine Familie, meine Freunde und alles, was ich so sehr schätze und liebe, hier zurück zu lassen, auch ein komischer Gedanke. Mein englisch war sehr schlecht und ich wusste nicht, wie ich alleine in einem fremden Land zurecht kommen soll. Aber es war schon zu spät, die Reise war gebucht, ich hatte alleine auf Wiedersehen gesagt und stand mit meinem gepackten Koffer bereits am Flughafen.

Ankunft in Amerika

Nach 18h Flug und zwei Mal umstiegen, bin ich endlich in San Diego angekommen. Als ich auf mein Gepäck gewartet hab, stand ich dort für eine
geschätzte Ewigkeit, um mich zu sammeln. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Auf den Weg nach draußen gab es eine große Menschenmenge und einer hatte ein Schild hoch gehalten, auf der „EF“ stand, meine Organisation. Doch als ich dichter kam teilte sich die Gruppe auf und alle redeten englisch miteinander. Ich war völlig überfordert und wusste nicht was da gerade vor sich geht und hab kein Wort verstanden. Ich wollte am liebsten wieder zurück, weil ich dort überhaupt nicht zurecht kam und einfach nur völlig überfordert mit der Situation war. Ich hatte das Gefühl, kein einziges Wort auf Englisch sprechen oder geschweige denn, verstehen zu können. Doch irgendwie habe ich es dann geschafft und nach einer langen Wartezeit
ging es endlich in den Campus. Dort angekommen habe ich erst einmal meine Koffer ausgepackt und mich dann auch schlafengelegt, da ich über 32
Stunden wach war. Am nächsten Tag wurde uns der Campus gezeigt und am Dienstag begann dann die Schule.

Der Campus

Der Campus von EF in San Diego war riesig. Dort konnten 800 Schüler gleichzeitig untergebracht werden. Man hatte bei der Buchung die Wahl
zwischen einem Mehrbettzimmer (3er- 4er Zimmer) oder einem zweier Zimmer. Ich war in einem 3er Zimmer mit einer Japanerin und einer Dänin,
diese ist allerdings nach einem Monat abgereist und wir haben eine Mexikanerin ins Zimmer bekommen. Diese war leider super unfreundlich,
unordentlich und hatte kein Respekt vor den Dingen anderer Menschen…
Leider war in dem Campus auch sehr viel kaputt und wurde nicht repariert. Erst als sich alle Schüler zusammen getan haben und sich beschwert haben,
ist endlich was passiert. Somit hatten wir nach 2 Monaten endlich warmes Wasser und die Klimaanlage in den Zimmern liesen sich regulieren.
Dafür waren die Lehrer alle dort super nett und hilfsbereit.

Aktivitäten

EF biete vor Ort auch mehrere Aktivitäten an, wie ein Wochenende in Las Vegas oder in LA. Diese beiden Touren habe ich auch mitgemacht.
Las Vegas war ein richtiges Highlight von mir und es war sehr gut durchgeplant, ganz im Gegensatz zu LA. Dieser Tour hätte ich besser alleine
machen sollen. Alle anderen Touren, wie der Besuch von San Francisco habe ich gemeinsam
mit meinen neuen Freunden geplant. Wir waren eine große Gruppe, aus aller welt und haben viel zusammen unternommen.

Miami

Nach 3 Monaten ging es für mich nach Miami. Meine Vorfreude war riesig, vor allem da mir die Organisation und der Campus in San Diego nicht so sehr gefallen hat. Doch vor Ort angekommen, traf mich der Schlag. Es war super dreckig, alles sehr klein und niemand war dort um mir irgendwas zu zeigen oder geschwiege denn, Bettwäsche zu geben. Die Lehrer waren dort sehr unfreundlich und die Klassenräume winzig klein. Selbst das Thema Corona wurde komplett ignoriert und man wurde nicht mal benachrichtig, wenn die Mitbewohner positiv getestet worden. Man merkte es nur daran, weil die plötzlich ihre Sachen gepackt haben und es einem dann gesagt haben. Als es zu viele positive Coronafälle gab, wurde das Testen einfach eingestellt, damit die Schule nicht noch mehr offizielle Fälle haben und schließen muss…. (das selbe ist auch in New York passiert, es wurde einfach aufgehört zu testen). Je mehr Zeit ich in Miami verbracht habe, desto mehr habe ich San Diego wertgeschätzt und mittlerweile weiß ich, dass San Diego echt Luxus war, in Gegensatz zu den anderen Campussen. Doch das hat mich nicht davon abgehalten, jedes Wochenende etwas zu unternehmen.

Sprachreise USA_Tanja_Ausflug_20211219_172328.jpgSo war ich über Weihnachten mit meinen neuen Freunden auf einem Kreuzfahrschiff bzw. auf dem Bahamas, Silvester wurde dann in New York auf
einem Boot gefeiert und ansonsten hab ich mir noch viele andere Staaten, wie Texas, New Jersey, Louisiana und andere angeschaut. Auch ein kurzer Flug nach Mexiko war dabei. Ebenfalls durfte ein Besuch des Everglades Nationalparks nicht fehlen auf meiner Liste, da dies der bekannteste
Nationalpark in Florida ist. Dort habe ich auch mehrere Alligatoren gesehen, was ein unglaubliches Gefühl war, die nicht nur im Fernsehen oder in Shows zu sehen, sondern in deren natürlichen Lebensräumen.

Am vorletzten Schultag habe ich dann meine Cambridge Prüfung abgelegt. Ich bin mit B1.1 angefangen und mit C2 nach 6 Monaten wieder nachhause geflogen. Alles in einem war es trotz aller Schwierigkeiten eine schöne Zeit, die ich nie
vergessen werde. Und von nun an habe ich keine Angst mehr vor dem Fliegen, da ich durch meine Reise sehr viel geflogen bin und es schon fast
Routine bei mir geworden ist.

Mein nächstes Ziel ist es meine neue beste Freundin in Japan zu besuchen :D