Was Au-pair bedeutet

Der Begriff Au-pair leitet sich aus dem französischen Adjektiv au pair (bedeutet „auf Gegenleistung“) ab und steht als Kurzform für ein Au-pair-Mädchen beziehungsweise einen Au-pair-Jungen. Bei einem Au-pair-Job geht es um die Unterstützung in einer fremden Familie im In- oder Ausland für eine befristete Zeit und dabei insbesondere um die Kinderbetreuung und leichte Hausarbeit. Im Gegenzug erhalten sie Verpflegung, Unterkunft und Taschengeld. Besonders beliebt sind Au-pair-Aufenthalte bei jungen Menschen im Ausland, weil man dort Reisen, Verbesserung von Sprachenkenntnissen und persönliche Entwicklung verbinden kann. Damit ist ein solcher Auslandsaufenthalt eine sehr gute Alternative zu einer Sprachreise.

Voraussetzungen für einen Au-pair-Job

Besonders interessant ist ein Au-pair-Job, wenn sie bereits in einem sozialen und/oder pädagogischen Job arbeiten oder einen solchen anstreben. Aber natürlich darf nicht jeder als Au-pair arbeiten. Die Aufgaben als Au-pair richten sich nach dem Alltag und den Erwartungen der Gastfamilie. Im Vordergrund sollte aber die Kinderbetreuung stehen. Das heißt im Detail:

  • Kinder betreuen und beschäftigen
  • aufwecken und Morgenroutine
  • Abendroutine und ins Bett bringen
  • Kinder zur Schule, Kindergarten oder zu Aktivitäten bringen und abholen
  • Mahlzeiten für die Kinder oder die ganze Familie zubereiten
  • mit den Kindern spielen, basteln
  • Kindern vorlesen oder bei Hausaufgaben helfen
  • Kinderzimmer aufräumen und putzen, Wäsche waschen
  • allgemeine Aufgaben im Haushalt mit übernehmen (Aufräumen, Putzen, Wäsche etc.)
  • Einkäufe erledigen

Ein Au-pair ist keine billige Haushaltshilfe. Die Hausarbeit sollte 50% der Zeit nicht übersteigen. Es bietet sich hierfür an, die Aufgabenverteilung in einem Au-pair-Vertrag grob zu regeln, um Unstimmigkeiten zu vermeiden. Viele Vermittler von Au-pair- Aufenthalten unterstützen beim Aufsetzen eines solchen Vertrages.

Keine Aufgabe, aber eine Erwartung besteht in der Integration des Au-pairs in die Gastfamilie. Viele Vermittler versuchen mit Fragebögen Au-pair und Gastfamilie möglichst passend zu kombinieren. Wichtige Regeln der Familie und des Au-pair-Veranstalters werden auch im Au-pair-Vertrag festgehalten. Da beim Au-pair-Aufenthalt Lebens-und Arbeitsort zusammenfallen, ist es wichtig, dass eine gute Kommunikation zwischen Au-pair und Gastfamilie stattfindet, um Probleme zu verhindern und gegenseitige Rücksicht zu gewährleisten. Im Idealfall finden sie als Au-pair eine zweite Familie, in die sie auch nach dem Aufenthalt gerne zurückkommen.

Vorteile und Gefahren eines Au-pair-Jobs

Die Zeit als Au-pair ist unter Umständen ihr erster Aufenthalt im Ausland auf eigene Faust. Das prägt und hilft selbständiger und selbstbewusster zu werden. Besonders die Kinderbetreuung ist eine sehr verantwortungsbewusste Aufgabe, die sie als Mensch wachsen lässt. Eigenschaften wie Geduld, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit Probleme zu lösen, werden ausgebaut. Wie nebenbei verbessern sich die Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen kommen hinzu und sie machen neue Freunde. All das wird in der späteren Stellensuche und in Karriereentwicklung vorteilhaft sein. Auch auf dem Lebenslauf sammelt man mit einem Au-pair-Aufenthalt Pluspunkte.
Es besteht aber die Gefahr, dass sie sich ausgebeutet fühlen, wenn die Gastfamilie mehr als die normale Arbeitszeit erwartet und Haushalt die Hauptaufgabe wird. Auch für Kranken-oder Altenpflege dürfen sie als Au-pair nicht eingesetzt werden. Auch hier, ist die Kommunikation mit der Gastfamilie oder dem Au-pair-Veranstalter von großer Bedeutung. In vielen Ländern sind Au-pairs durch Gesetze vor Ausbeutung geschützt. Informieren sie sich im Voraus!

Die Sache mit der Bezahlung

Wie erwähnt, steht Au-pair für Gegenleistung: Ihre Leistung besteht darin, der Familie auf Zeit im Haushalt und bei der Kinderbetreuung zu helfen, dafür können sie wertvolle berufliche und persönliche Erfahrungen sammeln, Land und Leute und eine andere Kultur hautnah kennenlernen und ihren persönlichen Horizont erweitern. Manche Gastfamilien zahlen Au-pairs ein Taschengeld. Dafür gibt es aber nur in wenigen Ländern Vorgaben.

Voraussetzungen für einen Au-pair-Aufenthalt

1. Formelle Voraussetzungen:

In Abhängigkeit vom Zielland gelten unterschiedliche Voraussetzungen. Es gibt landesabhängige Altersbeschränkungen, die in der Regel zwischen 18-30 Jahren liegen. Die eigenen Sprachkenntnisse müssen es möglich machen, sich im Alltag mit der Familie und den Kindern zu verständigen. Aus diesem Grund gibt es sprachliche Voraussetzungen je nach Vermittler und unter Umständen ist ein Sprachzertifikat nötig, um ein Visum für das Reiseland zu erwerben. Ein „sauberes“ polizeiliches Führungszeugnis gehört ebenso dazu, oftmals wird auch verlangt, dass der Bewerber Nichtraucher ist. Je nach Region wird vorausgesetzt, dass man einen Führerschein hat, um mobil zu sein und Aufgaben wir das Bringen und Abholen der Kinder übernehmen zu können.
Einige Gastfamilien erwarten darüber hinaus formelle Nachweise, die die Erfahrungen in der Kinderbetreuung belegen wie zum Beispiel Zertifikate. Eine Ausbildung im pädagogischen Bereich ist natürlich von Vorteil.

2. Persönliche Voraussetzungen:

Neben den formellen Vorgaben gibt es noch einige Eigenschaften, die von einem Au-pair erwartet werden. Da sie für eine bestimmte Zeit als „neues Familienmitglied“ in einer zunächst fremden Familie leben und arbeiten, müssen sie einen höflichen Umgangston haben, selbstbewusst, offen und tolerant sowie flexibel sein. Da es in erster Linie um die Betreuung von Kindern geht, sollten sie natürlich Kinder mögen und idealerweise auch bereits Erfahrung in der Betreuung von Kindern nachweisen können. Diese Erfahrungen können sie beispielsweise durch Babysitter-Jobs, Praktika in Kindereinrichtungen oder als Betreuer in Ferienlagern gesammelt haben. Sie sollten Spaß an der Arbeit mit Kindern haben, gute Nerven besitzen und kreativ und innovativ an den Job herangehen können. Selbstverständlich sollte auch ein großes Verantwortungsbewusstsein vorhanden sein. In einigen Fällen haben Vermittler oder die Gastfamilie Vorgaben zur Aufenthaltsdauer. Ein Au-pair-Programm in den USA muss zum Beispiel mindestens 12 Monate dauern um von den Behörden Vorort anerkannt zu werden.

Wo ist ein Au-pair-Aufenthalt möglich

Sie können einen Au-pair-Job bundesweit, aber auch fast in der ganzen Welt antreten. Besonders beliebte Ziele sind die europäischen Nachbarstaaten, hier besonders Großbritannien, Südeuropa, mittlerweile aber auch immer mehr Osteuropa. Wenn es ihr Budget zulässt, können sie in den USA arbeiten, in Kanada, aber auch in exotischeren Zielen wie Ozeanien, Südamerika, Asien oder Afrika. Ein toller „Nebeneffekt“ ist, dass sie in einem anderen Land fast automatisch die Sprache sehr schnell und effektiv lernen, weil sie in den Alltag eingebunden sind. Wenn ihnen das Erlenen der Sprache sehr wichtig ist, sollten sie sich über Demi-pair informieren.

Wer hilft mir eine Au-pair-Stelle zu finden?

Es gibt verschiedene spezialisierte Agenturen, die ihnen Au-pair-Jobs im In- und Ausland vermitteln können. Natürlich nehmen diese Unternehmen für die Dienstleistung ein Vermittlungshonorar. Unser Tipp: Wenn sie nicht selbst auf die Suche gehen wollen, vergleichen sie rechtzeitig und sorgsam die Angebote verschiedener Vermittler, so können sie Geld sparen. Lesen sie auch Erfahrungsberichte im Internet, denn in allen Branchen gibt es schwarze Schafe. Es existieren auch online Plattformen, die als Basiskonto kostenlos funktionieren. Alternativ können sie selbst auf die Suche nach einer geeigneten Gastfamilie gehen. Das funktioniert auch, ist aber mit höherem Aufwand verbunden.

Wichtige Schritte auf dem Weg zum Au-pair-Erlebnis

Wenn sie eine Au-pair-Stelle mittels einer Agentur oder eines Au-pair-Programmes suchen, gibt es ein paar allgemeine Schritte zu bewältigen, bevor die Reise wirklich losgeht.
Einige Agenturen bieten Infoveranstaltungen an, bei denen man sich ein Bild von der Organisation und vom Ablauf machen kann und offene Fragen und Vorbehalte besprechen kann. Es lohnt sich immer, ein paar vorab zu besuchen.
Sobald sie sich für eine geeignete Agentur entschieden haben, müssen sie sich mit ihren persönlichen Daten bewerben oder registrieren. Bei diesem Schritt wird getestet, ob sie die Anforderungen an ein Au-pair erfüllen. Zudem erhalten sie die Möglichkeit online ein Profil von sich zu erstellen, das Gastfamilien hilft, sich ein Bild von den Bewerbern zu machen.
Nachfolgend geht es drum, eine geeignete Gastfamilie zu finden. Hierbei hilft der Vermittler oft, indem er anhand ihres Profils oder Fragebogens und den Vorgaben der Gastfamilie Vorschläge macht. Wenn Au-pair und Gastfamilie Interesse haben, beginnt ein erster Kontakt.
Sobald eine passende Gastfamilie gefunden ist, geht es darum, die Formalitäten zu erledigen. Dazu gehören der Au-pair-Vertrag, Visum, falls nötig, Versicherungen und Flüge.
Anschließend bleibt ihnen nur noch, sich auf die Reise vorzubereiten, sich über das Land und die Region zu informieren, Gastgeschenke zu besorgen und dann kann es losgehen.

Weitere Informationen zu Au-pair

Auf dem Auslandsaufenthalt-Portal Auslandsjob.de findet man Informationen zu allen Formen der Working Holidays, also Auslandsaufenthalten, die mit einer Form des Jobbens bzw. Arbeitens kombiniert werden. Auch das Thema Au-pair wird genauer beleuchtet.